Derzeit bin ich als richtiger „Backpacker“ unterwegs… ein etwas anderes Leben, als ich es so gewoehnt bin. Mit ca. 20kg um die Runden zu kommen, ist nicht immer leicht – im wahrsten Sinne des Wortes: Der Rucksack ist normalerweise zu schwer, um laengere Touren zu unternehmen. Ausserdem ist die Groesse etwas unpraktisch: Die Sachen, die man grade braucht, sind komischerweise immer ganz unten. Trotzdem vermisst man manchmal Sachen, fuer die man zu Hause nur in den Schrank greift – meine Joggingschuhe beispielsweise waeren ganz nuetzlich. Aber alles in allem bin ich ganz zufrieden mit meinem Gepaeck. Man gewoehnt sich auch schnell daran, nicht laenger als ein paar Tage an einem Ort zu sein. Auspacken ist deshalb nicht angesagt.
Ein Zimmer mit anderen zu teilen ist auch manchmal etwas eigenartig. Die Zimmergroessen variieren von 3 Betten bis zu 8 oder 9, was aber dann schon mal unangenehm sein kann, da jeder zu einer anderen Zeit aufsteht oder zu Bett geht. Aber irgendwie rauft man sich schon zusammen… da ich sowieso ueberall und immer schlafen kann, habe ich da auch wenig Probleme!
Am interessantesten ist es natuerlich, andere Backpacker kennenzulernen. Das geht relativ problemlos, da jeder hier sehr offen ist. Es ergibt sich also immer ein Gespraech, waehrend man kocht oder isst. Da lernt man manchmal schon seltsame, aber vor allem interessante Typen kennen:
- In Sydney habe ich beispielsweise eine Chinesin mit einem furchtbar komplizierten Namen kennengelernt, den ich nach einigen Versuchen immer noch nicht aussprechen konnte.
- In Cairns war ein Australier mit auf dem Zimmer, der zum ersten Mal in seinem Leben geflogen war. Er war aus Brisbane und will in Cairns ein voellig neues Leben beginnen.
- Kiri, eine Englaenderin, die sich in Australien den Traum eines Tatoos verwirklicht hat und dafuer sogar auf eine Tour im Great Barrier Reef verzichtet hat.
- Dave, ein ehemaliger Opalminenarbeiter, der wegen seiner Gicht nur noch gelegentlich Opale bearbeiten kann. Er verlor seinen Hund in einem Brand und kam deshalb nach Mt. Isa, wo er seit Juni im Hostel wohnt.
- Jason, ein 19jaehriger Australier, der endlich mal das Northern Territory kennenlernen moechte und deshalb sein Studium abgebrochen hat.
Natuerlich gibts auch negative Erfahrungen: So wurde mir beispielsweise waehrend der ersten 3 Naechte in Sydney mein Schlafsack aus dem Zimmer gestohlen. Oder in Cairns wurde ein Zimmergenosse mitten in der Nacht von der Polizei verhaftet, da er zwei Maedchen belaestigt hatte. Aber das kann die positiven Eindruecke kaum trueben!
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